Pfarrgemeinde Weidenbach, St.Johannes der Täufer

Johannes der Täufer ist der Patron der 1842 errichteten Pfarrkirche in Weidenbach. Die kleinere Vorgängerkirche stammte von 1710. Im Jahre 1570 wird bei der Bischofsvisitation eine Kapelle mit eigenem Friedhof erwähnt. Wahrscheinlich war aber bereits 1492 eine Kapelle vorhanden. Darauf lässt die Inschrift der ältesten Glocke schließen.

Bis 1798 gehörte Weidenbach als Filialkirche zur Pfarrei Deudesfeld und wurde danach selbstständig. Die Kirche besaß ehemals einen Hochaltar und zwei gleichartige Seitenaltäre im Stil des Rokoko. Ein Brand, der vor rund einhundert Jahren von einem Weihnachtsbaum ausgegangen war, zerstörte den Hochaltar. Von den beiden Seitenaltären gelangte der eine samt den Figuren beider Altäre um 1668 durch Verkauf nach Kelberg, wo er seit 1972 als Hochaltar dient, der andere fand im Jahre 1993 Aufstellung in der Filialkirche in Schönfeld, Eifel.

Der dem Brand nachfol- gende Hochaltar, bildet mit der figürlichen und ornamentalen Ausmalung der Kirchenhalle eine liturgisch inspirierte Einheit. Die Ausmalung erfolgte 1923 durch Georg Schmelzer, Trier. Die prachtvolle Malerei war seit 1968 übermalt und wurde in aufwendiger Arbeit 1993 durch die Restauratorin G.Schreyögg aus Leutesdorf wiederhergestellt. Die Malerei, die weit und breit seines Gleichen sucht, bezieht sich an Decke und Wänden auf Motive der Offenbarung des Johannes. Im Wechsel mit Christusmonogrammen begegnen dem Auge des Betrachters musizierende, weisende und betende Engel. Mit ihren Instrumenten stimmen sie ein auf eine überirdische, himmlische Welt, die in die Farben goldgelb und blau getaucht ist. Beherrscht wird die Szenerie durch das Lamm der Offenbarung als einem sich verströmenden und doch nie versiegenden Kraftzentrum. Des Gottmenschen eucharistische Gegenwart bestimmt das Gemälde des erhöhten Altarraumes. Ein sonnenartiges Oval im Scheitel der Chorwand nimmt Bezug auf das große Altarkreuz, indem es dessen Verkündigung vom leidüberwindenden Erlösungswerk zu bestätigen scheint.

Der Chorraum wird von zwei farbigen Fenstern erhellt, die den Kirchenpatron auf der einen, auf der anderen Seite eine Herz-Maria Darstellung zeigt. Der steinerne Zelebrationsaltar, in den Reliquien der sel. Sr. Blandine Merten eingelassen wurden, sowie der Ambo kamen 1990 in die Kirche. Der Taufstein ist aus der Zeit um 1800 und besteht aus rotem Sandstein und aufgesetzten Engelsköpfen, Kreisen und Rokokoornamenten. Zum Inventar der Kirche gehört ein Kelch, ein Geschenk von Matthias Klein, der von 1666-1759 gelebt hat, an den kaiserlichen Hof nach Wien gelangt ist zum Vertrauten Kaiser Karls VI. wurde, der ihn in den Adelsstand erhob.

1969 wurde das 1804 erbaute Pfarrhaus abgerissen. Außer dem Kirchengebäude besitzt die Kirchengemeinde keine weiteren Immobilien. Erwähnenswert aber sind insgesamt 15 Sandstein- und Holzkreuze, die sich rund um den Ort hin verteilen. Die Steinkreuze, das älteste von 1670 - wurden inzwischen restauriert, die Holzkreuze durch neue ersetzt. Heiligenhäuschen( Kapellchen) und Bildstock vervoll-ständigen die äußerlichen Zeichen der Volksfrömmigkeit.
Einmal im Jahr findet eine (Fuß-)Wallfahrt der Gemeinde nach Klausen stand. Sie geht auf ein Gelübde von 1892 zurück, als ein Großbrand fast das halbe Dorf vernichtete.
Heute zählen zur Pfarrgemeinde Weidenbach etwa 220 Katholiken. Ein kleiner aber reger Kirchenchor bereichert an Festtagen die liturgische Handlung.