Pfarrgemeinde Salm, St.Hubertus
mit der Filiale Wallenborn, St.Sebastianus


Geschichte der Kirchengemeinde

Die Kirche in Salm ist erstmals erwähnt, als Johann von Salm (wohl ein Mann von niederem Adel) von Heinrich Herr von Manderscheid-Kerpen 1238 als Burglehen die Burgwiese und einen Hof unterhalb der Kirche erhalten hatte. Eingegliedert ist sie dem Dekanat Kyllburg, später gehört Salm zum Kanton Gerolstein (Sarresdorf, 1808). Im Jahr 1827 kommt die Pfarrei zum Dekanat Daun, 1924 zum Dekanat Gerolstein, 1974 zurück zum Dekanat Daun. Es kommt zum Neubau in den Jahren 1826/27; ein stattliches Gebäude, das am 8. August 1830 gelegentlich der Visitation durch Bischof von Hommer geweiht wurde.

Im Jahr 1802 erhält die Pfarrei Salm bedeutenden Zuwachs, indem ihr Wallenborn, vorher in der Kölnischen Erzdiözese (Pfarrei Sarresdorf), zugeteilt wird. Wallenborn, längst an Selbständigkeit gewöhnt, fügt sich nur schwer.

Besonderheiten in der Kirche
Seit 1640 standen in der alten Kirche zwei Altäre, die 1743 dem Kirchenpatron St.Hubertus (abgelegtes Patrozinium seit 1640) und dem Heiligen Sebastianus geweiht waren.
Im Jahre 1866 kaufte man in Ürzig, wo die Kirche erneuert wurde, für 150 Taler drei Holzaltäre, die in Salm zur Aufstellung kamen. Der Hochaltar ist ein etwa fünf Meter hoher Holzaltar mit geraden, über den gedrehten Säulen verkröpften Gesimsen, mit großem Tabernakel, auf dem links und rechts ein Engel kniet.
An seiner Spitze ist ein Kreuz angebracht. Auf dem Tabernakel steht eine Holzfigur des Heiligen Maternus, auf dem Gesimse darüber Holzfiguren der Heiligen Margaretha, des Heiligen Hubertus und des Heiligen Sebastianus.
Beide Seitenaltäre sind bei den Erweiterungsarbeiten des Altarraumes beseitigt worden. Lediglich die Muttergottes aus dem 16.Jahrhundert ist erhalten. Sie befindet sich heute im bischöflichen Dom- und Diözesanmuseum in Trier. Dort, wo früher die beiden Seitenaltäre standen, befanden sich zwischenzeitlich, jeweils auf Podesten, eine Herz-Jesu-Statue und eine Marienstatue (1954). Seit der Innenrenovierung 1997 stehen die Herz- Jesu- und die Marienstatue in den vorderen seitlichen Rundbogennischen.
Die Fenster der Frauenseite schmückten Bilder der Heiligen Agnes, Maria Königin und der Heiligen Elisabeth, die der Männerseite Aloysius, Christkönig und Hubertus. Zwei im Altarraum gegenüberliegende, durch eine Säule geteilte Bogenfenster wurden von Symbolen der vier Evangelisten bestimmt. Das linke und rechte Fenster im Eingangsraum hatten keine Widmung. Alle Fenster sind durch Kriegseinwirkung im 2. Weltkrieg zerstört worden. Heute sind auf der linken Seite die Heilige Maria Goretti, die Heilige Maria und die Heilige Elisabeth von Thüringen zu sehen. Auf der rechten Seite findet man den Heiligen Aloysius, den Heiligen Hubertus und unseren Bistumsheiligen Matthias. Die Fenster auf der linken Seite wurden durch Haussammlungen finanziert, die auf der rechten Seite sind Stiftungen. Die Altarraumfenster zu beiden Seiten sind zugemauert worden. Im Rahmen einer umfangreichen Innenrenovierung 1996/97 wurden diese wieder geöffnet.
Ein Replikat der Muttergottes, die sich bis zum heutigen Tage in dem Bischöflichen Dom- und Diözesanmuseum in Trier befindet, wurde 2002 angeschafft.

Glocken
1713 und auch später läuten zwei Glocken vom Kirchturm. Noch 1883 werden zwei in Brockscheid gegossene Bronzeglocken erwähnt, eine davon muss 1917 abgeliefert werden. Im Jahre 1921 wird die Glockengießerei Mark mit der Anfertigung von Bronzeglocken beauftragt, das Geläut besteht nun aus drei Glocken. Aus kriegswirtschaftlichen Gründen müssen diese 1943 gegen drei Stahlglocken eingetauscht werden. Aus sicherheitstechnischen Gründen musste im Jahr 2011 das Geläute erneuert werden.
Das Glockengeläute wurde um eine vierte Glocke erweitert und von der Eifeler Glockengießerei in Brockscheid hergestellt.

Ihre Inschriften lauten:
- HERZ JESU RETTE UNS, Von den Taten deiner Barmherzigkeit will ich ewig künden.
- O MARIA HILF, Maria Königin des Friedens bewahre uns vor Terror, Gewalt und
Umweltkatastrophen.
- HL.HUBERTUS BESCHÜTZE UNS, Hilf uns den Glauben zu bewahren und an unsere Kinder weiterzugeben.
- HL.CHISTOPHERUS BEGLEITE UNS
   AUF DEN WEGEN DES LEBENS,
Hilf uns Christus zu den Menschen zu tragen.

Wallfahrten
1869 wurde erstmal nach Barweiler und Klausen gepilgert, ab 1951 nach Klausen, Barweiler, Koblenz und Trier. Zum heutigen Zeitpunkt pilgern die Salmer und Wallenborner gemeinsam nach Barweiler. Von ursprünglich 8 Wegekreuzen sind heute noch 4 erhalten. Nach wie vor erfreut sich das Heiligenhäuschen in Salm großer Beliebtheit. Dieses wurde 1994 umfassend renoviert und erweitert. Jährlich findet eine Bittprozession zu diesem Heiligenhäuschen statt.
Pfarrhaus
Das 1864 neu errichtete Pfarrhaus wurde 2007 an ein privates Ehepaar aus den Niederlanden verkauft.

Besondere Feste
Alljährlich feiert die Gemeinde ihr Pfarrfest in Verbindung mit einem Adventsbasar.

Kirchenchor
Der Kirchenchor Salm wurde im Jahre 1979 gegründet und gestaltet seitdem die kirchlichen und weltlichen Feiern. Zu vielen Anlässen trägt der Chor mit seiner vielfältigen Liederauswahl zum feierlichen Gelingen bei.

Ausschüsse
Liturgie- Katechese, sorgen für Lückenschluss zu den noch gehaltenen Messfeiern und Andachten und überbrücken Zeiten der Vakanz in der Pfarrgemeinde. Vorbeter sorgen für den Rosenkranz, Kreuzweg, Bettag und Totengebet. Gemeindliche Caritasarbeit wird geleistet durch persönliche Gratulation an Täuflinge und Senioren ab 75 Jahre mit einem kleinen Geschenk von der Pfarrgemeinde.
Monatlich findet ein Seniorentreff in gemütlicher Runde statt.
Kirchliche Gruppen

  • 1931 wurde die St Hubertus Schützenbruderschaft in Salm gegründet.
  • 1955 wurde die St Sebastianus Schützenbruderschaft in Wallenborn gegründet.
    Zu den kirchlichen Anlässen wie Fronleichnam, Schützenfest, Patronatsfest und dem Bruderschaftstag sind sie in ihren Trachten und mit ihrer Fahne präsent.




Heiligenhäuschen von Salm, das 1994 umfangreich renoviert und erweitert wurde.
Jährlich findet eine Bittprozession hierhin statt und in besonderen Notfällen wird hier die Mutter Gottes um Hilfe gebeten.
















Filialkirche Wallenborn, St.Sebastianus

Geschichte der Kirche:
Die Filiale Wallenborn war nie eine eigenständige Pfarrei. Sehr spärliche Aufzeichnungen beginnen 1354, dann folgt eine weitere Erwähnung 1687.
1715 wurde Wallenborn als Kaplanei eingerichtet, die bis 1805 von einem Kaplan oder Vikar besetzt war.
1802 erfolgte dann die Angliederung an die Pfarrei Salm. Nach dem Neubau einer Kirche 1814 war es der Wunsch der Wallenborner, von Salm loszukommen und eine eigenständige Pfarrei zu werden. Trotz ständiger Eingaben diesbezüglich an den Bischof, blieb dieser Wunsch ohne Erfolg.

1951/52 wurde eine Erweiterung vorgenommen und die Kirche in den heutigen Zustand versetzt. Damals steuerte die Zivilgemeinde den beachtlichen Betrag von 100.000 DM aus der Versteigerung eines Holzschlags bei.
Anfang der 60er Jahre wurde der Neubau eines Turmes nötig und am 03. Juli 1966 konnten 3 neue Glocken zu Ehren des Heiligen Petrus, der Muttergottes und des Heiligen Sebastian geweiht werden. Schließlich wurde 1991 eine Renovierung des Kircheninnenraumes durchgeführt und 2008 eine Außenrenovierung.

Das Kircheninnere:
Im Innern der Kirche befindet sich ein Kreuzweg aus Oberammergau, eine Marienfigur, die ursprünglich zu einem Nebenaltar gehörte und die Statue des Heiligen Sebastian sowie zweier Bischöfe vom ehemaligen Hochaltar. Desweiteren befindet sich im Eingangsbereich eine Pieta.
Zur Filialgemeinde gehören außerdem 7 Wegekreuze rund ums Dorf, sowie ein Bildstock zu den 14 Nothelfern

Prozessionen und Wallfahrten:
Eine besondere Bedeutung für Wallenborn haben 4 Prozessionen, die am 1. Sonntag im Mai, an Christi Himmelfahrt, am Pfingstsamstag und am 2. Samstag im September durchgeführt werden. Erstere führt seit jeher zur Kreuzeiche, um den Schutz vor Unwetter zu erbitten, die zweite "um die Höhe", welche auf eine verheerende Feuerbrunst im Jahre 1705 zurückgeht. Die dritte Prozession führt seit 1869 nach Klausen. Anlass dafür war die Pest, die damals wütete und viele Opfer im Dorf verlangte. Schließlich führt die letzte Prozession nach Barweiler zur Muttergottes mit der Lilie.

Kirchliche Vereine:
Seit 1955 existiert in Wallenborn die St. Sebastianus Schützenbruderschaft, gegründet von Nikolaus Hermes und Rudi Becker. Bereits um die Jahrhundertwende bestand ein Kirchenchor, der bis heute bei kirchlichen und auch bei weltlichen Anlässen das kulturelle Leben mitgestaltet.