Pfarrgemeinde Niederstadtfeld, St.Sebastian
und die Filialkirche, Heilige Brigida, in Oberstadtfeld

Die Pfarrei St.Sebastian Niederstadtfeld mit der Filiale Oberstadtfeld besteht seit 1803 und hat zur Zeit ca.870 Katholiken.
Niederstadtfeld war seit jeher der Erzdiözese Trier angegliedert und hatte bis zu diesem Zeitpunkt Schutz als Filiale.
Oberstadtfeld gehörte vor der Säkularisierung der Großpfarrei Steinborn an.
Somit gehörte sie bis 1803 zur Erzdiözese Köln. Der Heilige Sebastian ist der Schutzpatron der Pfarrkirche zu Niederstadtfeld.
Das Patronatsfest wird am 20.Januar gefeiert.   Zur zweiten Patronin ehrte man 1743 die Heilige Katharina.
Niederstadtfeld pilgert zusammen mit Schutz und Bleckhausen am Samstag nach dem 29.September des Jahres (Michelstag) nach Klausen zum Bildnis der schmerzhaften Mutter Gottes.
Der Pfarrort Stadevelt war nach der Urkunde Kaiser Heinrichs II. aus dem Jahre 1016 durch den Prümer Abt Urold von Daun dem neu gegründeten Kolligiatstift Prüm zugeteilt. Dieser Besitzstand fand erneute Bestätigung 1136 unter Abt Albero, der als Vogt den Grafen Bezelino einsetzte. Dieser verlor Stadevelt möglicherweise wieder an den Adel, die Ritter von Stadevelt. br>1280 wurde Niederstadtfeld mit seiner Filiale Schutz an den Erzbischof Heinrich II. von Finsteringen verkauft. Die Kirche erscheint dann um 1330 im trierischen Archiv und im Jahre 1570 im Visitationsprotokoll des Kollators der Pfarrei, Graf Diedrich I. von Manderscheid-Kail. Kirche und Pfarrei gehörten 1570 zum Dekanat Kyllburg oder Bitburg. Erst im Jahre 1808 gab es eine Umgruppierung, 1808 in das Kanton und 1827 in das Dekanat Daun.

Das Kirchengebäude ist ein einschiffiger Bau in Bruchstein. Der alte Ostturm stammt aus dem 13. Jahrhundert.
1640 wurde laut Visitationsbericht auf eine Instantsetzung der kirchlichen Anlagen gedrängt. So wurde im Jahre 1769 eine Empore gebaut und ein neues Schiff angefügt, das 1843 nochmals um zwei Fensterachsen verlängert wurde. Die Sakristei wurde im 18.Jahrhundert angebaut. Kanzel und Kommunionsbank kamen aus unbekannter Stelle nach Niederstadtfeld.
1845 wurde die Kanzel von Bildhauer Paul Zillgen aus Gillenfeld geliefert.
1847 wurden die beiden Seitenaltäre hinzugefügt.
1848 wurde der Taufstein ebenfalls von Paul Zillgen erstellt.
Im Jahre 1990 wurden bei der Erneuerung und Umgestaltung des Kircheninnenraums alte Gemälde aus früherer Zeit freigelegt.
Die Pfarrkirche besaß seit 1852 drei Glocken, wobei zwei dem 2.Weltkrieg zum Opfer fielen. Anfang 1950 wurden wieder zwei neue Glocken angeschafft. Heute besitzt die Kirche zwei Stahlglocken und eine Bronzeglocke.
Am 25. Januar 1998 fand die feierliche Einweihung der neuen Orgel statt. Sie hat 13 Register. Erbauer ist Gustav Cartellieri aus Wittlich.
Das Pfarrhaus aus dem Jahre 1955 wurde im Jahre 1992 verkauft.
1974 erfolgte die Umbaumaßnahme der Kommunionbank zu Konzelebra- tionsaltären für Nieder- und Oberstadtfeld.


Die Heilige Brigida aus Irland ist seit 1830 die Schutzpatronin der Filialkirche zu Oberstadtfeld.
Ihr Patronatsfest ist der 01.Februar. Um diese Zeit wird das Pfarrfest gefeiert.
Vor 1830 war St. Valentin der Patron der Kirche.
Oberstadtfeld gehörte vor der Säkularisierung von 1803 zur Erzdiözese Köln und zur Pfarrei Steinborn (jetzt Neunkirchen).
Daher pilgert Oberstadtfeld seit 1861 am zweiten Septemberwochenende nach Barweiler zur Gottes Mutter und wieder zurück.
Seit 1803 gehört Oberstadtfeld nun zur Pfarrgemeinde St.Sebastian Niederstadtfeld.

Die jetzige Filialkirche in Oberstadtfeld stammt aus dem Jahre 1837.
Vorher stand hier eine zweischiffige Kirche mit einem Mittelpfeiler aus dem 15. und 16. Jahrhundert, die im Jahre 1836 einstürzte. Aus dieser Zeit stammt auch der heutige Kirchturm mit seinem Portal von 1841.
Neubau der Kirche im Jahre 1837 mit klassizistischem Saal und Blendbogengliederung durch Kommunalbaumeister Barthels, Daun.
1923 wurde die heutige Sakristei angebaut.
Eine Besonderheit in der Kirche ist die im Jahre 2012 restaurierte 45cm große " Mutter Gottes mit Kind", Figur aus einem Holz geschnitzt. Sie wurde wahrscheinlich im Jahre 1726 hergestellt.
Eine Renovierung der Kirche fand im Jahre 1988 statt. Hierbei wurden die alten Wandmalereien im Chorraum freigelegt und erneuert. Die neue Orgel, erbaut von Orgelbauer Hubert Fasen, Oberbettingen, wurde im Jahre 1997 feierlich eingeweiht.
Im Jahre 2009 wurde eine neue Heizung eingebaut und der Holzfußboden erneuert.
Eine Restaurierung der Fenster fand im Jahre 2011 statt.
Die Kirche zu Oberstadtfeld besitzt seit dem 26.08.1951 zwei Glocken, die von August Mark, Brockscheid, hergestellt wurden.
Auf die Grenze zu Ober- und Niederstadtfeld wurde als Dank für die glückliche Heimkehr von Friedrich Hein aus Oberstadtfeld aus dem Krieg von 1870 im Jahre 1888 ein Heiligenhäuschen erbaut. 1892 fand die Einweihung statt.
Der Amerikauswanderer (Minnesota) Theodorich Thull hat damals die Statue der Schmerzhaften Muttergottes für dieses Heiligenhäuschen gestiftet.
Thull machte sich im Jahre 1856 mit seiner Frau und drei kleinen Kindern auf in das neue Land, in eine bessere Zukunft, die ihm die alte Heimat damals nicht mehr bieten konnte.
Ein weiteres Heiligenhäuschen ist in Oberstadtfeld auf einem Privatgelände an der Dauner Straße. Es wurde als Gelöbnis zur Genesung seiner Frau Josefine durch Hans Borowski im Jahre 1973 erbaut.
Am Nachmittag des Heiligen Abends findet eine kurze Gedenkfeier zur Geburt Jesus mit Kindersegnung statt.
Das Fronleichnamsfest findet im jährlichen Wechsel zwischen beiden Orten statt.

Im Jahr 2016 feiern beide Orte ihr 1000 jähriges Bestehen.