Pfarrgemeinde Meisburg, St.Bartholomäus

Die erste urkundliche Erwähnung einer Pfarrkirche in Meisburg geht zurück auf das Jahr 1330.
Die als Kirche "de Meysenburg" erwähnte Kirche muss aber schon 100 Jahre früher, im Jahre 1229, bei der Übergabe des Patronatsrechtes an die Zisterzienserinnenabtei St. Thomas existiert haben.
Im Jahre 1768 erfolgt auf Bitten der Gemeinde der Neubau der heutigen Pfarrkirche durch das Koster St.Thomas. Dies belegt auch das Wappen der Äbtissin Maria Theresia von Meuthen über dem Eingangsportal. Die Kirche hat Steingewölbe, keine Kreuzgewölbe und einen hohen spitzen Helm. Im Jahre 1851 ließ die Gemeinde die Kirche aus Platzgründen um ein Joch nach Westen hin erweitern.

Im Inneren der Kirche befindet sich ein Hochaltar mit dem Gekreuzigten, Maria und dem Apostel Johannes. Die Seitenaltäre zeigen den Pfarrpatron St.Bartholomäus und Maria Königin. Alle drei Altäre wurden vor einigen Jahren aufwendig restauriert und erstrahlen in neuem Glanz.
Die Fenster auf der rechten Seite zeigen Johannes den Täufer sowie die Heiligen Josef und Bartholomäus. Die Fenster auf der linken Seite bilden Antonius von Padua und Johannes den Evangelisten ab. Zwei Fenster stammen aus dem Jahre 1909, die übrigen aus dem Jahre 1929.
Im Inneren befindet sich auch ein Taufbecken aus dem Jahre 1614. Die eingearbeiteten Initialen "M + L" deuten auf den Pfarrer und vermutlich auch Stifter Matthias Lösnich hin. Der quadratische Fuß besitzt eine breite Abschrägung. Als Schaft dient ein Säulchen, gemustert durch vorgelegte Kreisscheiben. Der große Messingdeckel ist neueren Datums und stammt vermutlich aus dem 19. Jahrhundert.
Die Kirche hatte im Jahr 1570 zwei Altäre, die neue Kirche 1777 drei Altäre. 1856 lieferte der Schreiner Zillgen aus Gillenfeld den heute noch vorhandenen Hochaltar.
An der Außenseite der im Jahre 1907 erbauten Sakristei ist das Epitaph des Pfarrers Matthias Lösnich aus dem Jahr 1609 angebracht: Christus am Kreuz und Maria und Johannes und vor dem Kreuze kniend der Pfarrer Lösnich und ihm gegenüber seine Eltern. Darunter zwei Bischöfe und in der Mitte der Namenspatron des Pfarrers: Matthias. Alle Figuren sind als Relief dargestellt. Auf der linken Seite der Kirche stehen drei Priestergrabmale von Heinrich Weber + 1833 (auf der Rückseite seine Eltern); von Heinrich Hormisch + 24.12.1850; von Friedrich Föhr + 1876.
Als Kirchenpatrone werden 1530 die Heiligen Pankratius und Bartholomäus, später bis heute nur noch der Heilige Bartholomäus, genannt. Patrozinium ist der 24. August.

Renovierungen:
Im Jahr 1980 wurde die Heizung in der Kirche erneuert und 1983 erfolgte ein neuer Innenanstrich. 1999 wurden der Hochaltar und die beiden Seitenaltäre renoviert. Im Jahr 2005 wurde der Kirchturm neu eingedeckt und die Kirche wurde von außen neu angestrichen.

Glocken:
" Wie aus den Unterlagen außerdem noch hervorgeht, besaß das Meisburger Gotteshaus auch zumeist ein Geläute bestehend aus zwei Glocken."

  1. LAUDO DEUM VERUM, SATHANAM FUGO, CONVOCO CLERUM.
    Zu Gottes Ehren leuten ich, die Lebendige berufe ich, die Toden beweine ich, Sancte Bartholomeie,
    ora pro nobis.
  2. Gegossen Anno 1797 durch J. A. Corneli von Prostert." 83
Diese beiden Glocken wurden 1924 bzw. 1925 jeweils durch neue ersetzt. Letztere wiederum 1949. Das wurde notwendig, weil ihre Vorgängerin während des Krieges zum Einschmelzen abgegeben werden musste. Die Glocke aus dem Jahr 1949 wurde in Brockscheid bei der Firma Mark gegossen und trägt die Inschrift:
S. MARIA, O(ra) P(ro) N(obis)!
     Heilige Maria, bete für uns!


Bildstöcke und Wegekreuze

Die karge Eifellandschaft und besonders die Vulkaneifel um Meisburg verlangte ihren Bewohnern in vergangenen Zeiten viel Kraft und Widerstandswillen ab. Viele Generationen von Landarbeitern lebten hier und lernten sich gegen das rauhe Klima zu behaupten um mit spärlichen Erträgen ihre Familien zu ernähren. Rund um Meisburg sind 9 Wegekreuze zu finden.
Eines der ältesten Wegekreuze der gesamten Region befindet sich in unmittelbarer Nähe der Gemeinde, Richtung Rascheid. Es stammt aus dem Jahre 1587. Auf der Vorderseite trägt es unterhalb einer Nische ein Rad - das Symbol des Wagnerhandwerks. An seiner linken Seite ist folgende Inschrift zu lesen:
"FREISSE THEIS - A.D. 1587 DEN 19. JVNI"
Das Kreuz wurde während des Dritten Reiches in der Reichspogromnacht zerstört und nach dem Kriege wieder repariert.

Im Jahr 2009 beschloss der Ortsgemeinderat Meisburg die Restaurierung von vorerst schon einmal zwei stark beschädigten Kreuzen aus der Umgebung des Ortes. Dies waren das "Rascheider Kreuz" an der Kreisstraße nach Rascheid und das Tatzenkreuz oberhalb des Autohauses Neuerburg. Das Rascheider Kreuz - ein Nischenkreuz - stammt aus dem Jahre 1587 und ist, wie schon vorher erwähnt, zugleich eines der ältesten Wegekreuze der gesamten Region. Es zeigte starke Schäden; das Oberteil der Nische war bereits völlig gelöst und drohte herunterzufallen. Das Kreuz des Oberteils wurde während der nationalsozialistischen Zeit zerstört und nach dem Kriege nicht originalgetreu repariert. Es existieren jedoch Zeichnungen, die es in seinem Urzustand zeigen. In enger Abstimmung mit der Denkmalbehörde des Landkreises Vulkaneifel und der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz entschied man sich zur Restaurierung nach dem Urzustand.

Das Tatzenkreuz stammt aus dem Jahre 1771 und wies ebenfalls starke Schäden und Risse auf. Auch dieses Kreuz wurde bereits mehrfach repariert und bot keinen schönen Anblick mehr. Hier bestand nach Ansicht der Ortsgemeinde Meisburg dringender Handlungsbedarf. Nach mehrmonatiger Restaurationszeit war es dann endlich soweit. Am Dienstag, dem 27. Juli 2010, erfolgte die Einsegnung der Kreuze durch Dechant Ludwig Gödert unter Beteiligung vieler Meisburger Bürger.
(Quellen: Ortsgemeinde Meisburg und PGR)


Kapelle Rackenbach

Das Heiligenhäuschen auf Rackenbach liegt zwei Kilometer von Meisburg entfernt am Waldesrand.
Der Erbauer und das Datum der Entstehung sind leider nicht bekannt. Anfang des Jahres 1900 wurde die dortige Muttergottes (Kreuzabnahmegruppe) gestohlen Es handelte sich um eine wertvolle Figur aus Holz geschnitzt, bemalt und teilweise mit Blattgold belegt. Ein Jahr nach dem Diebstahl geschah das Unfassbare, die Figur wurde von Arbeitern im Wald in einen Kartoffelsack verpackt wieder gefunden. Danach hat man sie dann an einen sicheren Ort in die Pfarrkirche Meisburg gebracht. Hier stand sie auf einem Wandsockel, bis der damalige Pastor Sie 1960 mit einer Lichterprozession wieder in das Heiligenhäuschen auf Rackenbach bringen ließ. Diese Prozession findet bis heute noch jährlich an Maria Himmelfahrt statt.
Im Jahr 1974 wurde die Figur wieder gestohlen und ist bis heute nicht mehr aufgefunden worden. In der Nische im Kapellchen steht heute eine schmerzhafte Muttergottes aus Keramik. Diese Figur wurde vom Mutterhaus der Borromäerinnen in Trier gestiftet.
Seit Jahrzehnten wird die Kapelle Rackenbach von der Familie Schenk-Hens/Rieker liebevoll betreut und mit Blumen und Kerzen geschmückt. Die kleine Gebetsstätte hatte für Meisburg schon immer eine große Bedeutung. Auch heute noch kommen viele Menschen mit ihren Anliegen zu der Gottesmutter nach Rackenbach.
(Quelle: Kreisjahrbuch 2005, Richard Würtz und Chronik Meisburg, Marianne Hens)