Die ehemalige Thomas-Morus-Kirche in Daun

     
     
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1968 wurde der Grundstein gelegt.

Am 05. Juli 1970 fand die Einweihung der Thomas-Morus-Kirche durch Diözesanbischof Dr. Bernhard Stein statt. Die Kirche ist nach den Plänen des Architekten Peter van Stipelen erbaut worden, der sich sehr stark an den Bedürfnissen der Gemeinde orientiert hat.
Beim Eintritt in die Kirche wurde man einbezogen in die großzügige Raumplanung.


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Wer Phantasie entwickelte, hat schnell verstanden, dass der Innenraum wie ein großes Beduinenzelt gestaltet war. Der Raum war Verkündigung. Umgesetzt wurde die Botschaft von der Offenbarung (Apk. 21,3ff): "Seht das Zelt Gottes unter den Menschen."

Das Thema wurde in der Tabernakelstele weitergeführt: "Ich sah die Heilige Stadt, das himmlische Jerusalem, herabsteigen aus dem Himmel… Gott selbst wird mit ihnen sein." Darum waren auch die Fenster, wie Lichtöffnungen am oberen Rand der Zeltwand, gestaltet mit Bildern der Heilsgeschichte von der Erschaffung der Welt über Erlösung, Kirche als fortlebender Christus im Wirken des Hl. Paulus und den Werken der leiblichen und geistigen Barmherzigkeit bis hin zu den Zukunftsbildern der Endzeit.


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Der Künstler Werner Persy (+ 2017) aus Trier hat die Fenster gestaltet. Auch im Kassettenkreuz ist die Frohbotschaft der Erlösung durch Christus verkündet. Das Relief der Madonna mit Kind wurde von Rudolf Schneider, Holzschnitzer aus Adenau, gearbeitet und möchte dem Betrachter und Beter Maria als Schwester aller Menschen und Mittlerin des Heiles vorstellen.

Der Kreuzweg von Luciano Carnessali, Südtirol, ist ein biblischer Kreuzweg, in Bronze gearbeitet, und führt den Beter vom Abendmahl über weitere Motive der biblischen Leidensgeschichte bis hin zur letzten Station, dem Bild des Auferstandenen, der über Sünde und Tod triumphiert.
Die Kirche hatte einen kleinen Nebenraum, der zum Hauptraum durch eine dicke Glaswand getrennt war. Er war gedacht als Raum für Familien mit Kleinstkindern, die dort auch laut sein konnten.
Die gegenüberliegende Seitenkapelle, rechts vom Altar, war ursprünglich als Raum für den Werktagsgottesdienst gedacht.

Der Altar selbst, ein mächtiger Stein, ist sparsam gestaltet mit Wellenvertiefungen. Angedeutet ist auch hier die Botschaft wie beim Altar in der St.Nikolaus-Kirche: Vom Altar fließen die Ströme "lebendigen Wassers", das heil macht.

Die Kirche ist ursprünglich als Schul- und Garnisonskirche gebaut worden. Aber auch die Pfarrgemeinde St.Nikolaus hat die Kirche als ihre Zweitkirche eifrig genutzt.
Im Laufe der Jahre ist die Nutzung immer weiter zurückgegangen, vor allem von Seiten der Schulen und der Bundeswehr. Aber es zeigte sich auch, dass die Pfarrgemeinde nur eine Kirche braucht. Die schlechte Bausubstanz der Kirche tat ein Übriges hinzu. Die Gremien der Pfarrgemeinde haben sich deshalb entschieden, die Kirche aufzugeben.

Am 25. September 2015 wurde die Kirche profaniert.

Das Grundstück fand einen Käufer. Die Kirche wurde in den ersten Wochen im Juli 2017 abgerissen, um an gleicher Stelle eine Wohnanlage für betreutes Wohnen, das Thomas-Morus-Carré, entstehen zu lassen.
Das Inventar der Kirche wurde vorher geborgen. Die Orgel fand ihre Aufstellung in einer neuen Kirche in Warschau.
Der Altar, der Ambo und das Wandkreuz konnten einen neuen Platz in der Filialkirche St. Kunibert in Rengen finden.
Der Kreuzweg und das Marienrelief wurden in der Pfarrkirche St. Nikolaus angebracht. Nach dem Ausbau der Fenster wurden diese motivweise an Interessenten abgegeben.